Einsatz auf dem Wasser

Zwischen April und Oktober übt die Polizei in Neusiedl Seedienst aus. Gemütliche Rundfahrten der Beamten mit dem Polizeiboot sind Fehlanzeige, denn an Spitzentagen tummeln sich bis zu 50.000 Badegäste am Neusiedler See. Bei einem plötzlichen Wetterumschwung kann es auf dem See gefährlich werden und viele Gäste unterschätzen die Gefahren. Regelmäßig kommen Wassersportler in eine Notlage. Oft sind die Schwimmer oder Surfer zu schwach um das Ufer von selber zu erreichen. Innerhalb von wenigen Minuten kann das Polizeiboot jeden Punkt am See erreichen. Rund 38 in Seenot geratene Menschen wurden im Jahr 2014 von den Beamten gerettet. Neben dramatischen Rettungsaktionen sind die Beamten des Polizeibootes aber auch für die Einhaltung der Schifffahrtsregeln zuständig. So gelten am Steuer der Boote strenge Alkoholgrenzen, doch die werden von den Schiffsführern, aber auch von Surfern mitunter nicht immer so genau genommen. Vor allem an Wochenenden führen die Beamten daher Schwerpunktkontrollen durch, um damit die Sicherheit am See und für die Badegäste zu gewährleisten.

Der Bezirk Neusiedl ist der östlichste Bezirk Österreichs und liegt an der Grenze Ungarns und der Slowakei. Das Grenzgebiet ist ein Brennpunkt für Schlepperbanden. 3.784 Personen wurden 2014 wegen einer fehlenden Aufenthaltsgenehmigung im Bezirk Neusiedl aufgegriffen. Auf das gesamte Burgenland gerechnet sind das 84 %. Jeden Tag greift die Polizei Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan auf. Doch der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab, denn die Schlepperbanden machen gutes Geld und nützen die tragischen Schicksale der Menschen schamlos aus. Doch auch im Bezug auf allgemeine Straftaten ist Neusiedl am See im Vergleich zu anderen burgenländischen Gemeinden einsamer Spitzenreiter. So wurden 2014 über 3.200 Straftaten verübt. Die Polizei hat also alle Hände voll zu tun.