Wir haben die Fakten

ATV Aktuell präsentiert den ATV Österreich Trend, eine periodische, vierteljährliche Meinungsumfrage zu politischen und wirtschaftlichen Themen. Die Umfrage wird in Kooperation mit Meinungsforscher Peter Hajek und der Austria Presse Agentur durchgeführt und soll dazu dienen, aktuelle Meinungen zu erfassen und künftig auch Trends ablesen zu können.

Sonntagsfrage

Die SPÖ liegt in der Sonntagsfrage deutlich vor der Kanzlerpartei ÖVP: Der aktuelle APA/ATV-"Österreich-Trend" weist für die Roten 29 Prozent aus, für die Türkisen nur mehr 22 Prozent. Sie liegen damit gleichauf mit der FPÖ. Das Zeugnis für die Bundesregierung fällt schlecht aus: Über zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) sind mit der Arbeit der türkis-grünen Koalition nicht zufrieden.

Befragt wurden zwischen dem 27. und dem 30. Juni online und telefonisch 800 Personen ab 16 Jahren. Die Schwankungsbreite beträgt plus/minus 3,5 Prozent.

Bei der Nationalratswahl 2019 lag die ÖVP mit 37,5 Prozent noch deutlich auf Platz Eins, zwischenzeitlich lag man in Umfragen sogar deutlich darüber (z.B. 46 Prozent im April 2020). Im letzten "Österreich-Trend" im heurigen April lagen ÖVP und SPÖ beide bei 26 Prozent, nun zieht die SPÖ in der Sonntagsfrage davon. Die Roten stehen bei 29 Prozent, bei der Wahl 2019 hatten sie 21,2 Prozent erreicht. Die ÖVP rutscht weiter ab und kommt nur mehr auf 22 Prozent - gleich viel wie die Freiheitlichen (NR-Wahl 16,2 Prozent).

Die Grünen kamen bei der letzten Wahl auf 13,9 Prozent und im "Österreich-Trend" vom April auf 12 Prozent, verloren nun aber weiter auf 10 Prozent. Auf 10 Prozent kommen auch die NEOS - sie konnten sich damit verbessern, von 8,1 Prozent bei der letzten Wahl und 9 Prozent im letzten "Österreich"-Trend. Die nicht im Nationalrat vertretene MFG sinkt in der Umfrage auf fünf Prozent.

Kanzlerfrage

Könnte man den Kanzler direkt wählen, hätte der amtierende Karl Nehammer (ÖVP) mit 32 Prozent noch knapp die Nase vorn. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner käme auf 29 Prozent, FPÖ-Chef Herbert Kickl auf 20 Prozent, NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger auf 10 Prozent und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) auf 9 Prozent.

Persönliche Belastung durch Pandemie und Krieg

Von der aktuellen Situation mit Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg fühlt sich ein Fünftel der Befragten "sehr stark" und 47 Prozent "eher schon" belastet.

Zufriedenheit mit politischer Arbeit der Regierung

Die Arbeit der türkis-grünen Koalition kommt nicht gerade gut an. 69 Prozent geben schlechte Noten: 32 Prozent sind "weniger zufrieden", 37 Prozent "gar nicht zufrieden". Ein knappes Viertel (24 Prozent) gab an, "eher zufrieden" zu sein, "sehr zufrieden" sind lediglich drei Prozent. Auch in der eigenen Wählerschaft können ÖVP und Grüne bei weitem nicht alle überzeugen: Unter ÖVP-Wählern sind 30 Prozent unzufrieden, bei den Grün-Wählern sogar 44 Prozent.

Aus für Impfpflicht begrüßen 57 Prozent

Trotz steigender Infektionszahlen werden offenbar keine strengeren Maßnahmen gegen das Coronavirus gewünscht: Im APA/ATV-"Österreich-Trend" von Peter Hajek ist über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) "eher nicht" oder "auf keinen Fall" für strengere Maßnahmen. Die Abschaffung der Impfpflicht halten 57 Prozent für richtig.

Befragt wurden zwischen dem 27. und dem 30. Juni online und telefonisch 800 Personen ab 16 Jahren. Die Schwankungsbreite beträgt plus/minus 3,5 Prozent.

Nicht einmal ein Fünftel der Befragten (18 Prozent) ist angesichts der Infektionszahlen "auf jeden Fall" für strengere Maßnahmen gegen Corona, ein Viertel "eher schon". Genau ein Fünftel will das "eher nicht", 32 Prozent "auf keinen Fall", fünf Prozent machten keine Angabe.

Dass die Bundesregierung die Impfpflicht nun endgültig abgeschafft hat, finden 38 Prozent "sehr richtig" und 19 Prozent "eher richtig". Ein Fünftel hält das für "eher falsch", 14 Prozent für "ganz falsch" und acht Prozent wollten sich nicht festlegen. Unter FPÖ-Wählern finden wenig überraschend 92 Prozent das Aus für die Impfpflicht gut.

Teuerung für drei Viertel ein Problem

Die Inflation bereitet der Bevölkerung enormes Kopfzerbrechen: Drei Viertel der Befragten im aktuellen APA/ATV-"Österreich-Trend" sehen die Teuerung als Problem. 45 Prozent der Befragten machen sich Sorgen, dass sie sich im Winter das Heizen nicht mehr leisten können. Dass Österreich auf einen kompletten Gaslieferstopp Russlands vorbereitet ist, glauben nur 13 Prozent.

Befragt wurden zwischen dem 27. und dem 30. Juni online und telefonisch 800 Personen ab 16 Jahren. Die Schwankungsbreite beträgt plus/minus 3,5 Prozent.

Ein Drittel (32 Prozent) sieht die Teuerung als "sehr großes" finanzielles Problem, für weitere 42 Prozent ist sie "eher schon ein Problem". "Eher kein Problem" haben 18 Prozent, "überhaupt kein Problem" lediglich 6 Prozent. Am stärksten betroffen fühlen sich mit 90 Prozent FPÖ-Wähler, am wenigsten mit 56 Prozent Grün-Wähler.

Gut die Hälfte der Befragten wird sich wegen der Teuerung in der nächsten Zeit jeweils beim Autofahren, bei Einkäufen von Gewand, Schuhen oder Elektronik, beim Essengehen in Lokale und beim Lebensmitteleinkauf einschränken müssen. Immerhin noch 44 Prozent müssen beim Urlaub Abstriche machen, 34 Prozent beim Heizen. Die Sorge, es sich im Winter nicht mehr leisten zu können, die Wohnung oder das Haus auf eine ausreichende Temperatur aufzuheizen, quält 45 Prozent - 51 Prozent machen sich dazu keine Sorgen.

Überzeugungsarbeit muss die Regierung wohl noch leisten, was die Vorkehrungen für den Energie-Notfall betrifft: Dass Österreich ausreichend auf einen möglichen kompletten Gaslieferstopp Russlands vorbereitet ist, glauben nur 13 Prozent. 77 Prozent orten keine ausreichende Vorbereitung für diesen Fall, 10 Prozent machten keine Angabe. Am skeptischsten sind in dieser Frage übrigens die NEOS-Wähler: 10 Prozent glauben an eine ausreichende Vorbereitung, 88 Prozent nicht.

Zur Umfrage

Der "ATV Österreich Trend" ist eine regelmäßige Meinungsumfrage von ATV in Kooperation mit der APA, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Peter Hajek.

Diese gibt ein Abbild der politischen Großwetterlage sowie aktueller Themen. Die Befragung wird alle zwei Monate unter 800 Österreicherinnen und Österreichern repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren durchgeführt und erfolgt nach den Richtlinien zur Wahlforschung des VdMI.

Die Erhebung wird im Methodenmix Telefon und Online durchgeführt, und es werden mindestens 800 Wahlberechtigte befragt. Die maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse beträgt +/- 3,5 Prozent. Diese und alle weiteren Erläuterungen zum Studiendesign werden auch auf der Homepage www.peterhajek.com veröffentlicht.