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Wir leben im Gemeindebau

Wir leben im Gemeindebau - Staffel 1 Folge 1

Staffel 1Episode 1

Der Gemeindebau ist ein fruchtbarer Boden für Tratsch und Klatsch, für Geschichten, die das Leben schreibt.

Da ist zum Beispiel der ehemalige Bodyguard und angehende Sänger Otto, der seinen Job an den Nagel gehängt hat, um sich ganz der Kunst zu verschreiben. Mit seinem Verein "Theater im Gemeindebau" ist er ständig auf der Suche nach neuen Talenten, Hausmeistern, die beim Putzen ihr Tanztalent entdeckt haben, Einwohnern, die – zum Leidwesen der Nachbarn – vielleicht nur in der Badewanne singen und sich nicht auf eine große Bühne trauen und andere. All diese "Gemeindebau-Talente" will er versammeln, ein Ensemble gründen und mit ihnen dann eine bezaubernde Revue, mit Gesang und Tanz einstudieren. Doch schon beim ersten Casting zeigt sich, dass der Weg zu so einer Talenteshow steinig zu werden scheint. Zwar melden sich Talente, aber die sind alles andere als bezaubernd...

Aloisia hingegen träumt weniger von Ruhm und Applaus, eher von Ruhe. Sie fühlt sich in ihrer Wohnung unsicher, denn sie hat die Vermutung, dass die Bewohner unter ihr, Rauchen, Selchen und sogar offenes Feuer in der Wohnung entzünden. Sie ist sich sicher, den Gestank und die Rauchschwaden in ihrer Wohnung wahrzunehmen, schließlich wäre es möglich, dass der Rauch durch Ritzen, Rohre und Belüftungssysteme aufsteigt. Deshalb hat sie beschlossen sich abzusichern und verklebt seit einigen Monaten jedes noch so kleine Loch in Wand und Boden mit Silikon. Mehrere Großpackungen und zig Kartuschen der Dichtmasse hat sie schon verbraucht. Aber damit noch nicht genug, die Decke ihrer Wohnung zieren etliche Rauchmelder, die im zehn-Sekunden-Metrum ein durchdringendes „Piep“ von sich geben. Sehr beruhigend.

Aber auch das Zusammenkommen, das Austauschen und mit Freunden lachen hat im Gemeindebau seinen fixen Stellenwert. Fast jeder Bau hat zumindest ein integriertes Beisl oder einen Wirt, der als Kommunikationsort für alle Bewohner offen steht. Wie zum Beispiel, das Cafe Zipp in Simmering, in dem sich der 28-jährige Maxl fast täglich mit seinen Kumpels trifft. Er wohnt noch bei seiner Oma, will aber weg und schon in den nächsten Wochen mit seinem besten Freund Andi eine WG gründen. Maxl ist stolz auf seine Gemeindebau-Familie, seine Freunde und Spezis im Stammbeisl. Ebenso stolz ist der gelernte Maler und Anstreicher auf seinen Bezirk, so sehr, dass er sich den Bezirksnamen sogar in den Unterarm eintätowieren lässt. Das wird von seinen Kumpels aber mit gemischten Reaktionen goutiert.