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Pfusch am Bau

Pfusch am Bau - Staffel 10 Folge 4

Staffel 10Episode 4

Im niederösterreichischen Bruck an der Leitha wollte sich Familie Simanek im Jahr 2013 mit dem Umzug in eine Genossenschaftsanlage einen Traum erfüllen. Fast 57 000 Euro Finanzierungsbeitrag zahlten Joy und Jörg Simanek die für das Haus, das sie später gerne übernehmen wollte. Doch bereits kurz nach Einzug kam es zu ersten Problemen. Die Heizung des Miet-Kauf Objekts funktionierte nicht, ein Kamineinbau half der Familie notgedrungen über den Winter. Noch mehr beunruhigte die junge Familie jedoch, dass der Kellerboden Blasen warf. Ein Wasserfleck der bereits rostete machte die Familie erst recht stutzig. Die Baufirma ließ schließlich einen zwei Komponentenharz auf den Kellerboden bis hoch zu den rostigen Wandstellen auftragen. Ein Material das allerdings nur für Außenbereiche gedacht ist. Ein fataler Fehler mit gesundheitlichen Auswirkungen. Die neugeborene Tochter erlitt durch die aggressiven Dämpfe einen allergischen Schock. Joy Simanek hatte einen Asthmaanfall. Mutter und Tochter mussten zeitweise ausziehen. Der Keller darf von ihnen bis heute nicht betreten werden. Die Kommunikation mit dem Vertragspartner und den ausführenden Firmen ist seither gestört.

Um endlich zu wissen, wie schlimm es tatsächlich um das Haus bestellt ist, hat die Familie EU-Bausachverständigen Günther Nussbaum zu Hilfe gerufen. Sofort steht für den Experten fest, dass das Kellermaterial raus muss. Doch das scheint nicht das einzige Kellerproblem zu sein, denn bei anderen Nachbarn zieht sich Feuchtigkeit bereits an den Wänden hoch. Günther Nussbaum will ein Sanierungskonzept von der Genossenschaft. Zusammen mit dem nun tätigen Baumeister kommt es zu einer Begehung. Er hat den Bau in der Mitte der Bauphase übernommen.

Bereits mehrmals haben wir über den verpfuschten Zubau beim Haus von Evelyn Strießnig aus Feldkirchen berichtet. Die Kärntnerin, die auf eine Spenderniere wartet, ließ das alte Familienhaus aufstocken. Doch beim Umbau erlitt der Altbestand großen Schaden. Die unteren Räume sind feucht und unbrauchbar geworden. Auch beim Neubau entdeckte Günther Nussbaum jede Menge schwerwiegende Fehler. Überall am Gebäude konnte Nässe eindringen. Die Kosten für die Mängelsanierung bezifferte Günther Nussbaum mit rund 100.000 Euro.

Rund 1 Jahr ist seit Günther Nussbaums Erstbesuch vergangen. Die Firma, die den Pfusch verursachte, ist längst insolvent. Der Zustand des Hauses ist nicht besser geworden. Die Suche nach Firmen, die die Schäden kostengünstig sanieren, ist äußerst schwierig. Dennoch hat der EU Bausachverständige zwei Firmen organisiert, die bereit wären, die gröbsten Schäden zu sanieren. Denn die Zeit läuft Frau Strießnig davon. Die Schäden am Haus sind im Laufe der letzten Monate noch größer geworden.