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Mein Gemeindebau

Mein Gemeindebau - Staffel 2 Folge 1

Staffel 2Episode 124.04.2021 • 11:55

Im 12. Bezirk trifft man sich im Kaffee Wienerberger, wo schon am Vormittag der Schmäh rennt, wenn die Herren in gemütlicher Runde beisammensitzen. Hier wird über Gott und die Welt diskutiert, auf die EU geschimpft und einfach alles auf die Schaufel genommen. Nur, die Tamara nicht. Tamara heißt eigentlich Alfred, doch Alfred wäre gerne Tamara. "Seit meiner Kindheit will ich eine Frau werden", spricht er offen über seine Geschichte: "Das Problem: Ich rede weder wie eine, noch gehe ich wie eine." Doch schon bald soll die Hormontherapie beginnen und dann auch die Geschlechtsangleichung durchgeführt werden. Und nach der Umwandlung will sich Tamara auch wieder einen Job suchen und arbeiten gehen. Doch Freund Ernst rät, sich trotzdem als Mann anzumelden, denn "Frauen verdienen weniger". Und so rennt der Schmäh auf typische Wiener Art, denn es gibt doch einfach nichts, worüber man keinen Scherz reißen kann.

Und auch im ersten Bezirk gibt's Gemeindebauten. Und hier wohnt Roman mit seiner Freundin auf 56 Quadratmetern. Ihre Tochter wird bald ausziehen, "denn sie hat sich mittlerweile selbst auch um eine Gemeindebauwohnung beworben". Die Familie hat ein gemeinsames Hobby: das Musizieren. Vor allem Roman geht darin voll auf, steht seit über 30 Jahren mit Bands oder solo auf der Bühne: "Beim Musikmachen kann ich komplett abschalten. Wie Peter Alexander schon gesungen hat: Da vergess ich alle Sorgen." Und so half ihm die Musik auch über schwere Schicksalsschläge hinweg: Seine älteste Tochter kam samt ihren beiden Kindern im Tsunami auf Thailand ums Leben.

Damit im Gemeindebau Ordnung herrscht, rücken die Ordnungsberater Karl und Thomas von Wiener Wohnen regelmäßig aus, um die Bauten, Müllräume, Grünanlagen und weiteres zu kontrollieren. In dieser Folge kontrollieren sie die Bewohner des Rennbahnweges im 22. Bezirk. "Der Bau beherbergt ca. 10.000 Personen und trotz allem ist es relativ ruhig", meint Herbert. Doch es gibt immer schwarze Schafe und so finden sie einiges an illegal abgestelltem Sperrmüll in den Müllräumen, müssen die Menschen auf den Parkbänken ermahnen ihre Zigaretten richtig zu entsorgen und die Hundehalter bitten ihre Lieblinge an die Leine zu nehmen. Alles für ein gutes Zusammenleben.