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Die Pfandleiher - Das Geschäft mit der Armut

Die Pfandleiher - Das Geschäft mit der Armut - Staffel 1 Folge 6

Staffel 1Episode 6

Heimo Hausberger führt pro Jahr rund 240 Delogierungen durch. Aus Angst, Scham und Unvermögen ignorieren die Betroffenen Zahlungsaufforderungen und Fristen und sind mit der Situation zumeist überfordert. Einziger Ausweg: Sie müssen ihre Schulden an Ort und Stelle begleichen. Dieses Mal muss Heimo Hausberger einen 58-jährigen Mann delogieren, der über 6 Monate weder Miete noch Betriebskosten an die Vermieterin bezahlt hat. Der Schuldenberg beträgt mittlerweile über 4000 Euro. Um die Räumung noch abwenden zu können, muss er innerhalb von kürzester Zeit zumindest einen Teilbetrag auftreiben. Seine letzte Hoffnung: seine Tochter.

Bernhard Stich betreibt zusammen mit seiner Frau eine KFZ Pfandleihe in Wien. Wenn die Kunden nicht pünktlich bezahlen muss er das Auto einziehen. Dieses Mal ist ein Kunde 1 Monat über der Frist. Weder auf Anrufe noch auf SMS hat der Mann reagiert, darum macht sich der Pfandleiher mit seiner Frau auf den Weg um das Auto einzuziehen. Bernhard Stich hofft den Mann zu Hause anzutreffen, doch ohne Erfolg. Dem Pfandleiher bleibt also nichts anderes übrig, als das Auto mitzunehmen. Sollte sich der Kunde nicht melden, kann er das Auto nach einer 6 wöchigen Nachfrist öffentlich versteigern lassen.

Als armutsgefährdet gelten in Österreich jene Menschen, die alleinlebend höchstes 1.090 Euro im Monat zur Verfügung haben. Dabei besonders gefährdet sind Frauen. Am Ende des Monats versetzen viele ihre letzten Wertgegenstände, wie ihren Schmuck oder Handys.

Zur E-Börse in Wien kommen meistens Kunden, denen das Geld zum Monatsende hin ausgeht. Eine Stammkundin kommt regelmäßig, um diverse Handys oder Schmuck zu verpfänden. Sie muss mit 795 Euro im Monat auskommen. Teure, aber notwendige Medikamente kann sich die Dame mit diesem geringen Einkommen oft nicht leisten. Deswegen ist der Pfandleiher ihre einzige Möglichkeit, um an Geld zu kommen.