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ATV Die Reportage

ATV Die Reportage - Österreich bewaffnet sich

Staffel 94Episode 117.08.2021 • 19:35

Die Österreicher sind seit Beginn des 20 Jahrhunderts eine der am stärksten bewaffneten Nationen in Europa. Seit der Flüchtlingskrise sind alle Dämme gebrochen. Mehr als 70.000 Waffen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden verkauft. Häufigster Grund für die Aufrüstung: Angst vor Flüchtlingen und vor Dämmerungseinbrechern. Fast 900.000 Waffen lagern in den Haushalten.

Derzeit sind praktisch alle Schrotflinten ausverkauft, weil man für sie keine Waffenbesitzkarte braucht.

Die Floridsdorfer Trafikantin Susanne Dolak, die im letzten Jahr zweimal in ihrem Geschäft überfallen wurde, trägt seit dieser Zeit immer eine Pistole bei sich und hat noch zur Verstärkung eine Schrottflinte hinter dem Pult versteckt. Bei den Dreharbeiten zu der Reportage möchte sie ihre Schrottflinte zeigen, wobei ihr zwei Schüsse auskommen. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt.

Georg Zakrajsek der Generalsekretär der IWÖ, der Interessengemeinschaft für ein liberales Waffenrecht unterstützt und fördert diese Entwicklung. Die Logik des Vereins: Die Kriminalität lauere überall, der Staat versage beim Schutz vor ihr, also müsse man zur Selbstverteidigung schreiten.

Ein vehementer Gegner der IWÖ ist der Grün Abgeordnete Albert Steinhauser, der für ein absolutes Privatwaffenverbot in Österreich eintritt. Seines Erachtens ist jede Waffe in einem privaten Haushalt eine Zeitbombe.

Professionelle Trainer wie der behördliche Schießtrainer Eichinger bieten Kurse an, wo privaten Schusswaffenbesitzer die Kunst des Verteidigungsschießens lernen können. Er möchte seinen Kunden vor allem eine sichere Handhabung mit der Waffe beibringen, damit das Unfallrisiko minimiert wird.

Die Österreichischen Behörden kämpfen auch verstärkt gegen den Besitz von illegalen Waffen, tausende werden jedes Jahr der Vernichtung zugeführt. In den letzten Monaten vor allem auch Maschinenpistolen aus dem ehemaligen Osten.