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ATV Die Reportage

ATV Die Reportage - Österreich ohne Sex

Staffel 3Episode 127.03.2021 • 21:30

Die Corona-Pandemie hat das Rotlicht-Milieu in Österreich seit der Zeit von Maria Theresia erstmals lahmgelegt. „Das Telefon glüht und die Kunden fragen wann, wann, wann“, erklärt Harald Hauke, Betreiber des Laufhauses Rachel im 23. Wiener Gemeindebezirk. Das Etablissement steht nun bereits seit Monaten leer. Da die weiteren Entwicklungen ungewiss sind, möchte man im Laufhaus auf neue Trends wie Sexpuppen aus Japan setzen.

Auch die Prostituierte Kristina aus Tschechien leidet unter den aktuellen Umständen. „Ich brauche Geld, aber was soll ich machen“, sagt sie. „Ich bekomme am Tag 70 Nachrichten mit der Frage, ob ich schon wieder arbeite, aber ich habe Angst." Sie greift zu Telefon oder Internet, um mit erotischen Telefonaten, SMS oder Videochats ein wenig Geld zu verdienen.

Auch rechtlich bietet sich eine besondere Situation. Rechtsanwältin Astrid Wagner setzt sich für Rotlicht-Gewerbe ein, das ganz besonders von den Corona-Maßnahmen betroffen ist und bereitet eine Klage vor.

Autorin Barbara Wolflingseder erklärt, wie das Verhältnis Staat und Prostitution zu Zeiten Maria Theresias war und die von ihr eingesetzten Keuschheitskommission agiert hat.

Trotz des derzeit herrschenden Verbots der Prostitution in Österreich, bieten immer wieder Frauen illegal ihre Dienste an. Das Referat für Prostitutionsangelegenheiten der Wiener Polizei versucht illegal tätigen Sexarbeiterinnen auf die Spur zu kommen und geht in der Sendung unter anderem gegen die illegale Wohnungsprostitution vor. „Die Männer bieten immer mehr. Mir schicken manche Frauen SMS, in der sie schreiben, dass manche Kunden bis zu 500 Euro zahlen, damit sie eine Stunde mit ihnen verbringen können“, erklärt der Beamte der Einheit die derzeitige Situation. Doch Anzeigen und Strafen ziehen Kosten von bis zu mehreren tausend Euro mit sich.