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So denkt Österreich

Folge 4

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Hinter der Eingangstür liegt ein künstlerisches Kleinod: ein Maler gewährt Einblick in sein Atelier voll mit Aquarellen und Ölbildern. Als Künstler kritisiert er vorallem den mangelnden Mut der Politiker unpopuläre Entscheidungen zu treffen um Probleme – vor allem finanzieller Natur – in den Griff zu bekommen. Nach dem Krieg wäre so eine Vorgehensweise undenkbar gewesen. Im Bezug auf sein Künstlerleben fällt ihm immer mehr auf, dass es der heutigen Gesellschaft an Muße- und Ruhezeiten fehlt. Aus seiner Sicht ein großes Manko, denn Ruhe ist wichtig, denn die Kraft der Inspiration liege an der Grenze zur Langeweile, kann man von ihm lernen. Ganz andere Themen greift eine Reiningungskraft auf, die gerade von ihrem Nachtdienst heimgekehrt ist. Die zweifache Mutter hält die gesunde Watschen entgegen der derzeit propagierten Meinung für durchaus in Ordnung. Auch sie selbst ist vom Schicksal schwer gebeutelt: ihre ältere Tochter hat sie wegen Drogenkonsums verloren. Erst nach zahlreichen Therapien hat sie wieder Zuversicht geschöpft und kann wieder über sich selbst und das Leben lachen. Dass hinter vielen Türen nicht die klassischen Klischeebilder warten, haben die letzten Hausbesuche des Kamerateams eindrücklich gezeigt. So auch diesmal: eine Afrikanerin die bei Begräbnissen wie jenem des Herrn Haider um den Verstorbenen trauert. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz – und sie findet immer einen Weg. Davon ist das Pärchen Ferdinand und Christine mit 30 Jahren Altersunterschied überzeugt. Ihr gemeinsames, großes Ziel ist eine Reise ans Meer, denn sie waren noch nie auf Urlaub. Das Weiteste was die junge Frau bisher gekommen ist war Mariazell. Beim Kartenlegen rückt der Traum ein Stück näher, auch wenn für die Reise – so das Orakel – Vorsicht geboten ist. Neben ihren Urlaubsfantasien verbindet die beiden auch die gemeinsame Liebe zu Tieren. Ferdinand kann mit den Hasen sogar über sein drittes Auge sprechen. Schon einen langen Weg gemeinsam gegangen ist das Ehepaar hinter dieser Türe: Sie feiern heuer den 58. Hochzeitstag. Würde die Dame des Hauses nochmal auf die Welt kommen, würde sie jedoch alles anders machen – insbesondere nicht so zeitig heiraten. Für den Ehemann jedoch ist alles eitel Wonne: Sie kocht und putzt während er ihr zusieht und jausnet. Da lässt es sich auch gut plaudern: zum Beispiel über viele persönliche Erlebnisse – wie den Besuch von Aliens.

Reportage | 2015